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Besuch in der Bierbrauerei am 23.3.2022

Da bei unserem Verein nicht nur die sportlichen Aktivitäten sondern auch kulturelle Anlässegepflegt werden, passte dieser Besuch perfekt in unser Jahresprogramm. Um 19 Uhr trafen sich 13 Bierliebhaber beim Schulhaus Moritzberg, um nach einer kurzen Anfahrt den Ort des Geschehens in Oetwil a/See zu erreichen. Der Exponent der Brauerei OCTOPUS, Roland Rudolf, erwartete die Gruppe bereits und gewährte ihr Einlass ins Brauerei-Stübli. Zu sagen, hier handle es sich um eine einflussreiche Brauerei wäre wohl übertrieben. Weit und breit waren keine üppigen Anlagen auszumachen, die auf eine Bierherstellung hindeuteten. Nur eine Ausschankanlage liess darauf schliessen, dass in diesem Raum eine Verbindung zum Bier bestand. Zu Beginn seiner interessanten und lebhaften Ausführungen erklärte Roland, dass an dieser Adresse nur ein Raum für Degustationen oder für den Bierverkauf eingerichtet wurde. Die ganze Abwicklung vom Hopfen bis zum Bier in der Flasche finde bei ihm zuhause statt. Dort kreiert er auch die Bieretiketten selber, alle auf blauem Grund (weil diese Farbe offenbar bei den Damen gut ankomme). Viel interessantes und auch weniger bekanntes konnten die Besucher über das Bier erfahren. Vor allem erstaunte die Kreativität von Roland. Nicht nur die Tatsache, dass zwischen 21 und 28 verschiedene Biere gebraut würden, sondern auch die witzigen Bezeichnungen wie Weiner Blut, Grillmeister, Kirschweisse, Torkelchlaus, Holderebock usw. sorgten für Verwunderung. Der Alkoholgehalt der Biere schwankt in der Regel zwischen 4,8% und etwa 8%. In speziellen Fällen können ca. 13 % erreicht werden. Die „Oetwiler Perle“ entspricht in etwa einem Durchschnittsbier (4,8%), das „Uralt“ ist ein dunkelgeröstetes Malzbier (5%), der „Chämifeger“ ist vergleichbar mit dem englischen „Stout oder Guiness“ (4,5%), das „Whiskey Malt“ benötigt eine lange Lagerzeit und vermittelt einen Mokka- oder Kaffeegeschmack. Beim „Schneeglöggli“ (kommt auf den Markt, wenn die ersten Schneeglöckli blühen) handelt es sich um ein Bockbier, süsslich und süffig, mit Wiener Malz und einem Alkoholgehalt um ca. 7%. Sieben verschiedene Biere durften degustiert werden, und die verschiedenen Geschmacksrichtungen waren verblüffend. Mit Interesse nahmen die Üriker Turner von der überraschenden Biervielfalt Kenntnis. Die Kleinbrauerei liefert den Beweis dafür, dass eigentlich der Biermarkt nicht nur aus den eher langweiligen, in den Restaurants angebotenen, Lagerbieren besteht. Es ist zu begrüssen, dass die Bierkultur immer mehr auch auf kulinarischer Ebene Aufmerksamkeit erhält. Dass sich die Teilnehmer in dieser Runde wohl fühlten blieb keinem Auge verwehrt. Man genoss ein neues Biererlebnis, und auch die auf Bierbasis hergestellten Marmeladen stiessen auf gute Resonanz. Offensichtlich erfreuen sich die kleinen Brauereien als Nischen-Player einer steigenden Beliebtheit. Das darf als positiv gewertet werden, erhöht sich doch dadurch auch die Qualität des edlen Gerstensaftes. Letztlich darf dieser Anlass auch als inspirativ bezeichnet werden.

Heinz Rothenberger

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